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  https://www.mpfs.de/studien/kim-studie/2016/

KIM-Studie 2016 zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger veröffentlicht

24.02.2017
Computer als Hausaufgabenhilfe

77 Prozent aller Sechs- bis 13-Jährigen nutzen nach eigener Angabe zumindest selten einen Computer oder Laptop. Dabei wird der PC von allen Kindern zuhause genutzt und jeder Zweite sitzt auch bei Freunden am Computer. Nur zwei Fünftel nutzen jedoch Computer in der Schule. Die Wahrscheinlichkeit der Nutzung in der Schule ist bei älteren Kindern an einer weiterführenden Schule (Haupt-/Realschule: 53 %, Gymnasium: 56 %) deutlich höher als bei Grundschülern (27 %).

Wenn Computer in der Schule genutzt werden, dann vor allem in einem speziellen Fachunterricht wie Informationstechnische Grundbildung (ITG), häufige Fächer sind daneben Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen. Hauptsächlich wird der PC in der Schule genutzt um Texte oder Wörter zu schreiben, an zweiter Stelle steht die Recherche im Internet.

Zuhause wird der PC von den meisten Schulkindern genutzt um für die Hausaufgaben im Internet zu recherchieren, weiter werden zuhause am Computer Texte für die Schule geschrieben oder Lernprogramme genutzt. Je älter die Kinder sind, desto höher ist der Anteil der Schüler, die zuhause generell einen Computer für die Schule verwenden. Schon bei den sechs- bis siebenjährigen Computernutzern sucht dann jeder Zweite (48 %) wöchentlich im Internet nach Schulthemen. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil bis auf 90 Prozent bei den Zwölf- bis 13-Jährigen an (8-9 Jahre: 60 %, 10-11 Jahre: 75 %). Insgesamt betrachtet wird deutlich, dass die Nutzung von Computer und Internet als Mittel zur Wissensvermittlung eher zuhause als in der Schule stattfindet.

Eine besondere Rolle bei der Recherche für Schulthemen im Internet spielt auch YouTube. Etwa jeder vierte YouTube-Nutzer sieht sich dort zumindest einmal pro Woche Videos zu Themen aus der Schule an – vor allem gilt dies für Kinder ab zehn Jahren.

Die Studienreihe KIM wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) seit 1999 durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland ab. Für die KIM-Studie 2016 wurden rund 1.200 Kinder und deren Haupterzieher im Frühsommer 2016 zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt.

 

Jona ist ein kluger Junge, doch in der Schule und im Verein eckt er ständig an. Dann entschließen sich seine Eltern, zum Arzt zu gehen und ihm Medikamente zu geben. Seitdem hat sich ihr Leben verändert.

Jona sitzt im Auto und schreit. Eigentlich hätte es für den Neunjährigen und seine Familie ein schöner Tag werden sollen. Seine Eltern und seine jüngere Schwester wollten mit ihm klettern gehen. Doch Jona ist außer sich, wie so oft in letzter Zeit. Er hat den ganzen Nachmittag gebrüllt, die Türen zugeknallt, um sich geschlagen. Aus Wut, Trauer, Verzweiflung, genau weiß man es nicht. Im Auto auf dem Parkplatz vor der Kletterhalle sagt er etwas, was seine Mutter noch heute, ein Jahr später, fast nicht über die Lippen bekommt: „Ich will nicht auf der Welt sein. Ich störe doch nur und mache alles kaputt.“

Seine Mutter, Maria Mann, erzählt von diesem Tag. „Es war ein Dolchstoß“, sagt sie. Sie hat damals gar nichts mehr verstanden. Jona wurde immer schwieriger, tat sich in der Schule schwer, fand nur mit Hilfe Freunde. Dabei konnte er schon mit knapp zwei Jahren zwei Puzzle parallel zusammensetzen, war intelligent und humorvoll, nur ein bisschen stiller als andere Kinder.

 
Kinder mit ADHS können sich schlecht konzentrieren

Nach diesem Nachmittag beschließt sie endgültig, mit ihrem Sohn zum Arzt zu gehen. Inzwischen ist Jona zehn, geht in die vierte Klasse, möchte bald aufs Gymnasium wechseln. Seine Mutter sagt: „Wir schauen mal.“ Denn sie weiß nun, warum Jona so häufig ausgerastet ist, warum es ihm so schwerfällt, sich auf eine Sache zu konzentrieren, warum er Alltägliches immer wieder vergisst: Der Bub hat eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, besser bekannt als ADHS.

Die Störung ist eine der am häufigsten diagnostizierten psychischen Krankheiten bei Kindern. Etwa fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen drei und 17 Jahren sind betroffen. Gut 40 Prozent von ihnen werden mit Medikamenten behandelt. So wie Jona. Seine Eltern haben sich entschieden, ihm Medikamente mit Methylphenidat zu geben. Dem Wirkstoff, der auch in Ritalin enthalten ist.

Leicht fiel ihnen die Entscheidung nicht. „Davor haben wir alles andere ausprobiert, Homöopathie, Osteopathie und Konzentrationstrainings“, sagt Mann. Bis heute überlegt sie jeden Morgen, ob sie ihrem Sohn wirklich ein Medikament geben muss, das unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. „Aber wir wollen nicht, dass Jona wieder verzweifelt, es ihm schlecht geht. Wo er endlich Anschluss gefunden hat.“

Über die Krankheit und das Medikament wird viel diskutiert. Einer der bekanntesten deutschen Kritiker ist der ehemalige Professor für Hirnforschung und Neurobiologie, Gerald Hüther. Sein Vorwurf: Eltern, Lehrer und Ärzte machten es sich bequem, indem sie Medikamente verschreiben. ADHS sei eine Modediagnose. Solche Äußerungen kennt auch Jonas Mutter. Deshalb möchte sie ihren echten Namen lieber für sich behalten. Auch Jona heißt eigentlich anders.

Susanne Holtz-Joas kann solche Vorwürfe nicht verstehen. Sie ist Allgemeinärztin und Psychotherapeutin in Hofstetten im Landkreis Landsberg am Lech. Seit 25 Jahren ist sie schon in dem Beruf tätig. Vor etwa zehn Jahren, als das Thema ADHS immer bekannter wurde, hat sie zusammen mit Lehrern, Therapeuten und Kinderärzten ein berufliches Netzwerk zum Thema gegründet. Und sie hat eine Selbsthilfegruppe für Betroffene aufgebaut.

 weiter lesen: 

http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Diagnose-ADHS-Von-wegen-Zappel-Philipp-id40333597.html

 

 

Der Ulmer Professor Paul Plener forscht zur Behandlung von ADAS mit dem Wirkstoff Methylphenidat. Er warnt: Bei dem Thema werden viele Mythen verbreitet. 

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ADS steht für die Aufmerksamkeits-Defizit-Störung. Bei ADHS kommen Impulsivität und Hyperaktivität, also ein Bewegungsdrang dazu.
Foto: Frank Rumpenhorst, dpa (Symbolbild)

Der Wirkstoff Methylphenidat ist in vielen ADHS-Medikamenten wie Ritalin enthalten. Wann werden sie verschrieben, Professor Plener?

Paul Plener: Bei der Behandlung von ADHS sollte es verschiedene Bausteine geben. Dazu gehört die Arbeit mit den Eltern, eine Verhaltenstherapie fürs Kind und bei einer schweren Symptomatik eine Behandlung mit Psychopharmaka, also Methylphenidat. Ein Grund könnte sein, wenn ein Kind von seiner Intelligenz gut in der Schule mitkäme, die Erkrankung es aber daran hindert.

 
 

Was macht Methylphenidat?

Plener: Zwischen unseren Nervenzellen ist ein Spalt. Wenn ein Signal kommt, werden Botenstoffe ausgeschüttet, damit es von der Zelle A zu Zelle B übertragen werden kann. Methylphenidat beeinflusst die Menge der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin im Gehirn.

Menschen mit ADHS produzieren also zu wenige Botenstoffe und deshalb funktioniert die Übertragung nicht?

Plener: Nein. Damit die Zelle B die Botenstoffe aufnehmen kann, hat sie Rezeptoren, also Schlüsselstellen. Menschen mit ADHS haben zu wenige Rezeptoren. Damit die Signalübertragung im Gehirn funktioniert, brauchen sie mehr Botenstoffe. Methylphenidat sorgt dafür, dass Dopamin und Noradrenalin länger im Spalt zwischen den Nervenzellen vorhanden sind.

Was passiert, wenn jemand ohne ADHS diese Medikamente einnimmt?

Plener: Nichts Großes. Aber ein gewisses Missbrauchspotenzial ist vorhanden. Nicht weil man süchtig wird, sondern weil das Medikament die Leistung steigert. Etwa fünf Prozent der deutschen Studierenden haben beispielsweise schon Methylphenidat genommen, um besser lernen zu können.

Ist das auch der Grund, warum die Medikamente unter das Betäubungsmittelgesetz fallen?

Plener: Unter anderem. Der Effekt der Leistungssteigerung macht es auch für Leute ohne ADHS interessant. Dazu kommt, dass die chemische Struktur der von Amphetamin ähnelt. Aus diesem Grund, will man es nicht unkontrolliert abgeben.

Und was für Nebenwirkungen gibt es?

Plener: Methylphenidat ist eines der ältesten Medikamente der Psychiatrie. Das heißt, das haben schon Millionen Menschen genommen. So sind auch die selteneren Nebenwirkungen bekannt. Oft sinkt der Appetit und der Schlaf kann beeinträchtigt sein.

 weiter unter: 

http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/So-wirken-Medikamente-gegen-ADHS-id40333602.html





Pressemitteilung 002 
Veröffentlicht am 06.01.2017 
Flüchtlingsfamilien: Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter helfen bei der Integration
Neues Bundesmodellprogramm 
"Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien" startet Interessenbekundungsverfahren
Dass die vielen geflüchteten Familien mit Klein- und Schulkindern gut in Deutschland ankommen und sich integrieren, ist eine wichtige familienpolitische Aufgabe. Das stellt auch die Fachkräfte in den Einrichtungen der frühkindlichen Bildung und Betreuung vor viele neue Herausforderungen, denn neu zugewanderte Familien benötigen besondere Betreuung. Der Arbeit von Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Ihre Arbeit soll stärker gefördert werden – weshalb das BMFSFJ ab Frühjahr 2017 das neue Programm mit jährlichen Programmitteln in Höhe von 3 Mio € auflegt.
„Ich möchte geflüchtete Familien darin unterstützen, ihren Kindern einen schnellen Zugang zur Bildung zu ermöglichen. Denn Bildung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche und nachhaltige gesellschaftliche Integration. Das kann gelingen, wenn zugewanderte Familien von Anfang an über alle Möglichkeiten informiert und auf diesem Weg begleitet werden“, erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. „Diese Aufgabe übernehmen viele der bereits 7.000 Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter in unserem Land. Durch ihre Arbeit und ihre Beratung geben sie zugewanderten Familien die nötige Orientierung im Alltag.“
Mit dem Modellprogramm sollen die Angebote der Elternbegleitung ausgeweitet und gut mit anderen Unterstützungsangeboten in der Kommune verknüpft werden.
Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter sind früh- und sozialpädagogische Fachkräfte der Familienbildung, die an Kitas, Familienzentren und Familienbildungseinrichtungen aktiv sind. Sie beraten und begleiten Eltern von Kleinkindern bis hin zum Grundschulalter in Bildungs- und Entwicklungsfragen. Sie erklären den Eltern zum Beispiel, warum das Kind eine Kita besuchen sollte, helfen bei der Auswahl der Kita und der Anmeldung und beraten die Eltern, wie sie ihr Kind beim Lernen und bei der Integration unterstützen können. 
Rund 7.000 Fachkräfte der Familienbildung wurden im Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“ und seit Herbst 2015 im ESF-Bundesprogramm „Elternchance II - Familien früh für Bildung gewinnen“ bundesweit qualifiziert.
Für das neue Modellprogramm können sich freie oder öffentliche Träger bewerben, die in der flüchtlingsbezogenen Elternbegleitung in Einrichtungen der Kinder- Jugend- und Familienhilfe und in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind.
Das Bundesprogramm soll nach Auswahl der Projektträger im April 2017 starten und bis Dezember 2020 laufen.
Interessenten können sich ab sofort hier informieren und um eine Teilnahme bewerben: www.elternchance.de
Infoblatt für Interessenten
 

 

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/10-jahre-elterngeld/113306

10 Jahre Elterngeld

Vor zehn Jahren, am 1.1.2007, wurde das Elterngeld eingeführt – der Beginn einer Erfolgsgeschichte: Denn seitdem haben acht Millionen Mütter und Väter diese Familienleistung bezogen. Die Resonanz ist eindeutig: 82 Prozent der Bezieherinnen und Bezieher sagen, dass das Elterngeld besonders wichtig für ihr Familieneinkommen ist.

Eine positive Bilanz zieht auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: „Das Elterngeld ist ein voller Erfolg. Es schafft jungen Familien in der Auszeit mit einem Baby materielle Sicherheit, es unterstützt Eltern genau dann verlässlich und gut, wenn sie es am meisten brauchen. Außerdem hat das Elterngeld dazu geführt, dass Frauen wieder stärker in den Beruf einsteigen können und dass sich Väter mehr Zeit für ihre Kinder nehmen. Mich freut es besonders, dass heute bereits jeder dritte Vater in Elternzeit geht. Das zeigt, dass wir den Wünschen und den Bedürfnissen der heutigen Eltern gerecht werden“, so Manuela Schwesig.

Die Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 markiert einen Richtungswechsel in der Familienpolitik. Mit den sogenannten Partnermonaten, die der Familie nur dann zustehen, wenn beide Elternteile Elterngeldmonate in Anspruch nehmen, wurden erstmals beide Eltern in ihrer Familienverantwortung angesprochen und väterliches Engagement durch zusätzliche Elterngeldmonate belohnt. Inzwischen nehmen 34 Prozent der Väter Elterngeldmonate in Anspruch - in einigen Regionen sind es sogar bis zu 58 Prozent. Vor der Einführung des Elterngeldes waren es durchschnittlich etwa zwei Prozent. Diese Entwicklung führt dazu, dass immer mehr Mütter früher wieder in den Beruf einsteigen.

Mit dem ElterngeldPlus wurde die Leistung im Jahr 2015 modernisiert und genauer an die Wünsche und Bedürfnisse junger Eltern von heute angepasst. Das ElterngeldPlus erleichtert die Kombination aus Teilzeitarbeit und Elterngeldbezug und begünstigt zudem eine partnerschaftliche Aufteilung der Elterngeldmonate zwischen Mutter und Vater. Der Partnerschaftsbonus soll Eltern dazu ermutigen, sich für ein partnerschaftliches Zeitarrangement zu entscheiden. So besteht die Möglichkeit, vier weitere Monate ElterngeldPlus zu nutzen, wenn Mutter und Vater in vier aufeinanderfolgenden Monaten gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten. Der Partnerschaftsbonus kommt besonders bei den Vätern gut an: Bis zu 41 Prozent der Väter, die ElterngeldPlus beantragen, entscheiden sich zugleich für den Partnerschaftsbonus.

„Junge Paare wünschen sich heute, dass sie beide berufstätig sein können, Mann und Frau, aber das sie eben auch beide Zeit für Kinder haben“, betont Bundesfamilienministerin Schwesig. „Deshalb ist es wichtig, dass wir diese Lebensform besser unterstützen. Das Elterngeld kann da nur der Anfang sein. Denn es sichert ja die Eltern vor allem im ersten Lebensjahr des Kindes ab. Deshalb möchte ich gerne, dass wir in der nächsten Legislaturperiode die Familienarbeitszeit mit einem Familiengeld einführen. Mit ihr wird es dann möglich wieder in den Job einzusteigen, aber eben auch Teilzeit zu arbeiten und auch in dieser Zeit materielle Unterstützung zu bekommen. Das ElterngeldPlus ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Familienarbeitszeit.“

Das ElterngeldPlus richtet sich vor allem an Eltern, die früher in den Beruf zurückkehren möchten. Wenn beide Eltern gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten, erhalten sie zusätzliche Monatsbeträge. Obwohl es erst zwei Jahre alt ist, haben es bereits 150.000 Eltern in Anspruch genommen. Das zeigt, dass wir mit der Leistung den Wünschen und den Bedürfnissen der heutigen Eltern gerecht werden.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie in der beigefügten „Bilanz 10 Jahre Elterngeld“.

 

 

 

 

Elternstudie 2015 – wie geht es uns? Und unseren Kindern?
Marie-Luise Lewicki & Claudia Greiner-Zwarg
Berlin, 12.01.2015

studie2015.pdf